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Systematisches Chaos


Bildquellen: carlsilver, NoShoes
Gerade habe ich bei Heise die Meldung “Chaotisches Roboter-Lager beschleunigt Auslieferung” durchgelesen. Und ich muss sagen, es beeindruckt mich immer wieder wie Roboter Systeme sich autonom selbst organisieren können. Wie ein Bienenschwarm wuseln auch in diesem Fall eine Menge kleiner oranger Roboter durch eine Lagerhalle und verwalten die Waren auf eine für Menschen chaotisch wirkende Weiße die aber letztendlich viel effektiver ist als ein sauber gegliedertes, von Menschen verwaltetes, System. Ähnliche Prinzipien gab es zwar schon etliche Jahre davor, aber der Unterschied ist meiner Meinung nach dass sich hier die kompletten Regale frei bewegen und je nach Bedarf zu den Paket-Packern und den Lieferanten fahren. Dadurch können die Waren auf einer Seite ins System eingeschleust werden und auf der anderen Seite kommen sie bei Bedarf wieder heraus, ohne das es jemanden interessieren muss wie und was die Roboter da jetzt genau machen (-> Black Box Prinzip?).

Allerdings muss man Anmerken das die Ludolfs dem System auch sehr nahe kommen und das gänzlich ohne Computer-Unterstützung ;-)

kurz & bündig - #5

Da meine Zeit, wie immer, etwas rar ist und ich keine Zeit für ausführliche Artikel habe, dokumentiere ich hier einige interessante Links und Neuigkeiten in Kurzform:
  • Internet / News
    • Online Umfragen sind ja nichts neues aber Projekt Ask 500 People hat die Idee neu aufgegriffen und wirklich sehr schön umgesetzt. Dabei werden Besuchern in bestimmten vorgegebenen Zeitabständen, von der Community dahinter ausgewählte, Fragen gestellt. Die Antworten werden danach live auf einer Google Maps Karte präsentiert wodurch man genau sehen kann wie die Meinungen in den verschiedenen Ländern und Kontinenten auseinander gehen. Irgendwie erinnert mich das Projekt auch irgendwie an den “Everybody Votes Channel” den es auf der Wii-Konsole gibt ;-) 
    • Wer einen neuen, schicken Bildschirmschoner sucht um bei den Kollegen anzugeben wird in diesem Artikel im Smashing Magazine sicher fündig. 
    • Ob die Idee neu ist weiß ich nicht, aber eine freie Rezeptdatenbank im Wikipedia-Stil aufzumachen halte ich für eine gute Idee. Vielleicht kann ich mein Koch-Wissen, das momentan nicht über die Tiefkühlpizza hinausgeht, dadurch endlich mal weiterbilden ;-) 
    • BTW, ROFL, RTFM, 1337, OMG? Im Urban Dictionary könnt Ihr herausfinden was die Abkürzungen wirklich bedeuten. Das ist manchmal ganz hilfreich ;-) 
    • Eigentlich gehöre ich ja der Headbanger Fraktion an, aber den Guide to Electronic Music von Ishkur finde ich echt Klasse. Der Guide besteht aus einer mit Flash gemachten dynamischen Karte auf der nicht nur alle der elektronischen Musik zugeordneten Musikgenres vertreten sind sondern auch einige mehr. Außerdem sind die Genres miteinander verbunden und Gruppiert so das man sieht was voneinander abstammt. Und dann gibt es noch Musikbeispiele und Beschreibungen zu jedem Genre. Echt interessant! 
    • Eine nette Idee hatte der Autor der Webseite One Sentence. Frei nach dem Motto “True stories, told in one sentence.” geht es darum wahre Geschichten in einem Satz zu erzählen. Und bei den ganzen Informationsflut die im Internet über einen herein prasselt ist dise kürze zwischendurch sehr erfrischend. Jetzt fehlt nur noch das deutsche Pendant dazu. 
    • Nun gibt es endlich das Gegenstück zu den Wegwerfemails, nämlich Wegwerf-Telefonnummern. Das Prinzip ist das gleiche, man erstellt sich eine temporäre Telefonnummer die nur eine bestimmte Zeit lang aktiv ist, wer auf dieser Nummer anruft wird an die eigentliche Nummer weitergeleitet bzw. weiter verbunden. Und nach dem festgelegten Zeitraum wird die Weiterleitung dann gelöscht. Dadurch erfährt der Anrufer nie die wirkliche Telefonnummer. Das ganze gibt es jetzt nicht nur für Amerika sondern, wie ich nach kurzer Recherche herausfand, auch für Deutschland. Aber schaut euch vor der Verwendung erst mal die AGBs durch oder informiert euch bei Suchmaschinen über die seriösität der Dienste. 
    • Wie Warez Seiten Einfluss auf die Popularität von Filmen oder anderen illegal zum Download angebotenen Produkten haben können sieht man an der Meldung die letztens bei gulli.com zu lesen war. Vielleicht gibt es ja bald gezielte Marketing-Aktionen auf Warez-Seiten — Wer weiß ;-)
  • Design & Kreatives 
    • Wenn dein Büro, so wie auf diesen Bildern aussieht, dann hast du es geschafft ;-) 
    • Bei iStockphoto gibt es jede Woche ein Bild und eine Vektorgrafik (Vektor?) kostenlos und lizenzfrei für die eigene Homepage oder sonstige Zwecke. Allerdings muss man sich, soweit ich weiß, dort anmelden.  
    • Warum Sprechblasen im Logo langsam wirklich total out sind könnt Ihr im Blog-Artikel von Trevor Elliott nachlesen. Mir ist davor auch noch nie aufgefallen wie viele Logos es mit Sprechblasen gibt ;-) 
  • Web-Entwicklung
    • Mit Google kann man jetzt seit neustem, über eine WebAPI, Diagramme kostenlos erstellen. Sehr cool :-) 
  • Technik
    • Es gibt tatsächlich Menschen die sind so intelligent das Sie einfach mal aus Lust und Laune heraus einen eigenen CPU komplett selber bauen. Und weil ein CPU alleine ja irgendwie langweilig ist muss man sich dann natürlich noch eine Grafikkarte dazu bauen und ein Betriebssystem inkl. Entwicklungsumgebung entwickeln. Wer mehr dazu sehen und lesen will sollte sich die Homepage des Autors anschauen. Aufgeschnappt im /dev/radio.
    • Wer gerne bastelt und kreative Ideen und Anleitungen sucht der ist bei instructables.com gut aufgehoben. Ein sehr schickes und gut gemachtes Web-Projekt.
    • Wie man den Firefox auf Diät setzt damit er nicht den ganzen leckeren Speicher wegfrisst kann man im Think Techno Blog nachlesen (leider nur in Englisch).
  • Programmierung
    • In der Programmierung gilt Sicherheit oft als ein von Schamanen betriebenes und mit Zauberkraft gesichertes Geheimnis.” - Grundlagen der sicheren Programmierung. Ein Vortrag dessen Beschreibung so beginnt sollte man unbedingt mal durchlesen ;-) Das Thema wird sowieso von zu vielen Leuten nicht wirklich ernst genommen. 
  • Zum schmunzeln


    » Und? — etwas interessantes entdeckt? Du willst mehr?
    Dann lies dir doch die vorherigen Artikel der “kurz und bündig”-Serie durch.

CommentLib PHP library - Version 1.2

Auf den Wunsch eines Blog-Lesers hin, habe ich heute das Kommentarsystem das ich ursprünglich für mein Code snippets Projekt entwickelt hatte, noch einmal überarbeitet und als Paket zusammengefasst.

Ich denke dass, das die Library jetzt so flexibel ist das man Sie auch für andere Projekte ohne größere Probleme benützen kann.

Das komplette Modul besteht jetzt aus nur einer Klasse die nur mit ein paar Variablen gefüttert werden muss und dann einfach funktionieren sollte.
Das ist zwar wahrscheinlich nicht OOP konform - aber was soll’s ;-)

Download und ein paar zusätzliche englischsprachige Informationen gibt es auf der eigens dafür eingerichteten Projektseite.

Und danke Volker, für dein Interesse. Zwar habe ich es leider noch nicht hin bekommen ein Admin-Interface dafür zu entwickeln (da ich selber keins brauche) aber ich hoffe damit kannst du erst mal was anfangen ;-)

Hmm, ich hoffe nur das sich den Quelltext jetzt kein Spam-Bot Entwickler herrunterlädt. Naja ich bin ja kreativ in der Spam-Bekämpfung, ich hab da schon einige Ideen ;-)

10 gute Gründe Web-Frameworks zu vermeiden

Dies ist eine freie Übersetzung des Blogartikels Top 10: Reasons To Avoid Component Libraries von Dan Yoder. Übersetzt mit freundlicher Genehmigung des Autors.

Letztens las ich einen interessanten Kommentar zu einem Blog Eintrag bei Ajaxian bezüglich der starken Verbreitung von Komponenten Bibliotheken bzw. Web-Frameworks (wie z.B. YUI, TIBCO, usw.):

Dion meinte dazu:
Manchmal fühle ich mich ein bisschen schlecht wenn sich die Leute hier und da über eine neue Komponente freuen, wenn im Gegensatz dazu schon hunderte davon in Frameworks wie TBCO, Backbase oder Oracle ADF stecken :-)

Nun gut, hier sind 10 Gründe, warum Dion sich deshalb nicht so schlecht fühlen sollte :-)
  1. HTML ist besser als ein eigene Markup Sprache. Das trifft vor allem dann zu wenn das eigene Markup sowieso auf XML basiert, was ja meistens der Fall ist. Einige unter uns bevorzugen wahrscheinlich auch ein Markup das sich über eine eindeutig definierte Schnittstelle (z.B. über CSS) nur dann „einklinkt“ wenn man es auch wirklich benötigt.
  2. Meine handverlesenen Komponenten sind schneller geladen und werden schneller ausgeführt. Wie Dion bereits erwähnte umfassen manche der Frameworks hunderte von Komponenten. Schön und gut, aber der Nachteil daran ist das man die nicht benötigten, überflüssigen Komponenten nicht so einfach entfernen kann ohne gleich die ganze Stabilität des Frameworks zu beeinflussen. Des Weiteren, unterscheidet sich die Qualität der Umsetzung speziell im Bereich der Performance manchmal erheblich. Sorry, aber meine Webseiten sollten auch bei einer etwas langsameren DSL Leitung noch schnell laden.
  3. Desktop ähnliche Oberflächen waren in den 90’er Jahren in. Wir sollten deshalb nicht weiter versuchen Web-Anwendungen wie Desktop-Anwendungen aussehen zu lassen. Außerdem sind viele der neuen Richtlinien (Guidelines), die sich in letzter Zeit für die Web-Entwicklung herausgebildet haben, denen der Desktop-Oberflächen weit überlegen. Macht also einen Schritt vorwärts und nicht einen zurück.
  4. Ich will nicht deine Entwicklungsumgebung (IDE) benützen. Ich hab bereits meine eigene. Und Eclipse ist zwar viel besser als eine proprietäre IDE aber manche von uns wollen Sie trotzdem nicht benützen. Zusammenfassend will ich damit sagen, wenn dein Framework eine bestimmte IDE erwartet ist das ein Problem für mich.
  5. Ich benötige keinen tollen Drag and Drop GUI Builder. Das ist zu viel des Guten. Ich arbeite nun schon seit etlichen Jahren mit HTML, es ist simpel und das meiste erstelle ich sowieso aus Vorlagen. Ich will meine Oberfläche selber definieren können und deine Bibliothek nur dann einbinden wenn sie benötigt wird.
  6. Das KISS-Prinzip (Halte es einfach) gilt immer noch für Web-Anwendungen obwohl manche denken unbedingt ein „super auto sorting filtering live editing grid“ haben zu müssen. Aber die meisten brauchen so etwas nicht. Manchmal ist eine einfache Liste mit ein paar übersichtlichen Optionen für das Bearbeiten einfach besser. Den Erfolg dieser Herangehensweise kann man auch an bekannten Web-Anwendungen (z.B. Flickr oder YouTube, usw.) sehen.
  7. Die Richtlinien für die Web-Entwicklung sind noch nicht ausgereift. Manchmal denke ich wir sind erst am Anfang. Dabei haben einige Bibliotheken bereits großartiges Design das den aktuellen „best practices“ (siehe Prototype) folgt, allerdings gibt es auch andere die schon veraltet sind bevor sie überhaupt veröffentlicht werden. Selectors sind hier ein gutes Beispiel, denn dank der relativ neuen und schnellen CSS3 Umsetzung haben sich diese zu einer mächtigen Methode entwickelt um Objekte und Events an HTML zu binden. Das hat die „best practices“ für den Umgang mit dem DOM dramatisch verändert.
  8. „Sehr schön, aber wir haben bereits eine.“ Wie bereits erwähnt benötige ich nicht alle deine Komponenten und ich will auch nicht deinen kompletten Framework-Kern dafür einbinden müssen. Selectors sind da wieder ein gutes Beispiel. Mit der Umsetzung der Selectors in Prototype bin ich sehr zufrieden, deshalb will ich keine zweite laden müssen, aber ich kann deine Implementation nicht einfach entfernen ohne dass dein Web-Framework „kaputt“ geht.
  9. Sich an Standard halten ist gut. Danke dass Ihr mich vor HTML, CSS und JavaScript „beschützen“ wollt aber irgendwie kann ich mich mit der Tatsache das der Code, den ich schreibe, von der weiteren Unterstützung der von der Community abhängt nicht anfreunden. Du könntest zum Beispiel in ein oder zwei Jahren entscheiden dass dir Web-Anwendungen nicht mehr so wichtig sind. Sicher — du hast deine Bibliothek als Open Source veröffentlicht, aber wer treibt die Entwicklung voran wenn du nicht mehr dabei bist?
  10. Dein Framework hat immer noch keinen WYSIWYG HTML Editor!? So ziemlich alles was du machen kannst, kann ich besser (mit der Hilfe von vielen talentierten Open Source Entwicklern da draußen). Aber da sind immer noch ein paar Dinge die du wahrscheinlich besser machen könntest, aber du tust es nicht. Also warum sollte es mich kümmern?
Ich würde gerne wissen ob es da draußen irgendein Web-Framework gibt auf das nur sieben von diesen zehn Punkten zutreffen? Allerdings muss ich auch zugeben dass ich nicht jede Bibliothek genau getestet habe und nach einer Weile wird man schon etwas zynisch. Zudem weiß man ja nie wann eine Framework einen Quantensprung macht. Aber momentan halte ich meine Lösung für einen guten Weg.


Mein Kommentar:

Also ich finde Dan’s Artikel toll, er beschreibt einige Probleme mit größeren Web-Frameworks die bei der üblichen Euphorie unter den Tisch fallen. Ich will allerdings keineswegs alles schlecht reden, denn ein gutes Framework kann einem allemal sehr viel Arbeit ersparen. Am besten man beschäftigt sich erstmal mit der Materie bevor man überstürzt eine Entscheidung trifft. Und letztendlich muss dann jeder für sich selbst entscheiden wie er dazu steht :) (Ha! da bin ich mal wieder fein raus *g*)

Jonas